Das Volkskundemuseum Wyhra wird gefördert durch den

 

Diese Einrichtung wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächischen Landtags beschlossenen Haushalts.

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Landleben vor 100 Jahren

Im Volkskundemuseum taucht der Besucher in die Lebenswelt der Landbevölkerung um 1900 ein. Originale Ausstattungsstücke vermitteln ihm in allen Räumen und im Freigelände ein anschauliches Bild jener Zeit.
Der bäuerliche Arbeitsalltag vor 100 Jahren war durch umfangreiche und intensive Arbeit im Haus, auf dem Hof, im Garten oder auf dem Feld gekennzeichnet. Diese Arbeiten waren auf den Kreislauf des Jahres, das Wetter und den Rhythmus der alltäglichen Verrichtungen abgestimmt. Das bäuerliche Arbeitsjahr begann auf den Feldern mit dem Pflügen, dem Eggen und der Aussaat. Die Viehhaltung verlangte das Anlegen von größeren Heuvorräten. Das Hauen des Grases begann meist nach Pfingsten. Zum Trocknen wurde es zu Schobern aufgerichtet. Die schwere Arbeit mit der Sense war Männersache.
Getreide war immer Hauptanbauprodukt der Bauern. Aus diesem Grunde nahm die Getreideernte einen besonderen Stellenwert als Höhepunkt im bäuerlichen Arbeitsleben ein. Im Spätherbst oder Winter wurde das eingefahrene Korn gedroschen und gereinigt.
Ein weiterer Hauptteil der bäuerlichen Arbeit war die Milchviehhaltung. Das Melken gambledock.com, Buttern und Herstellen von Quark und Käse war eine Aufgabe der Frauen. Die Frauen besorgten auch die gesamte Hauswirtschaft, die das Kochen, Backen, Konservieren, Waschen, Plätten, Rollen sowie die Säuberung der einzelnen Räume umfasste. Um die Versorgung des Haushaltes im Winter abzusichern, musste die Bauersfrau weitsichtig planen. Die ersten Vorratsarbeiten begannen im Juni mit dem Beereneinkochen und endeten kurz vor Weihnachten mit dem Räuchern und Pökeln des letzten Fleisches. Große Wäsche gab es im Allgemeinen alle vier Wochen; in den Wintermonaten seltener. Dies war eine sehr aufwändige Arbeit, die mehrere Tage in Anspruch nahm.